Archiv für den Monat: Dezember 2010

Winter in Hilden

Ich schaue gerade aus dem Fenster. Drei Leute versuchen einem Lieferwagen Starthilfe zu leisten. Ein junger Mann hat einen Spaten, mit dem er den Schnee vor den Vorderreifen entfernt, sodass die Reifen Kontakt mit der Straße aufnehmen können. Zwei Frauen versuchen immer wieder den Wagen aus dem Seitenstreifen auf die Straße zu schieben. Die Reifen drehen durch.

Heute war ich aus Richtung Hochdahl kommend über das Hildener Kreuz auf der Hochdahler Straße unterwegs. Im Radio wurde gerade gemeldet, dass es in Hilden zu stockendem Verkehr im Stadtbereich kommt. Kein Wunder. Die Verantwortlichen der Stadtverwaltung scheinen kein Gefühl für die Jahreszeit zu haben. Salzmangel sollte es in unserer Wohlstandsgesellschaft nicht geben. Ausgeprägte Dämlichkeit der Verantwortlichen verwandeln die Hauptstraßen der Hildener Innenstadt zu Rutschbahnen. Eigentlich muss man die Stadt verklagen. Aus Sicherheitsgründen müssten die Hauptstraßen alle gesperrt werden. In keiner anderen Stadt des Kreises herrschen solche Endzeit Zustände.

Ich fahre über dreißig Jahre Auto. Solch ein Zustand wie jetzt in Hilden, habe ich nie erlebt. Auf den schneebedeckten Seitenstraßen habe ich mir den Weg nach Hause gebahnt. Auf der Uhlandstraße fahre ich auf einmal wie auf Schienen, da es nur zwei schmale Spuren gibt, in denen die Winterreifen Platz finden und sich der Untergrund des Wagens auf der festen Schneedecke in der Mitte der Straße hinüber schiebt. Man hat Angst, dass diverse Teile des Wagens von der harten Schneedecke abgerissen werden. Ich bin froh wieder unverletzt zu Hause angekommen zu sein.

Michael Schröder, 20.12.2010 Hilden